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Recklinghausen, 14. Februar 2011  

Integration ohne Sprachkenntnisse?

Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Recklinghausen fordert Deutschkurse für Flüchtlinge

A B C in Schreibschrift mit weißer Kreide gemalt auf einer grünen Tafel
(c) Gerd Altmann/PIXELIO

Neue Unruhen oder das Aufbrechen alter Konflikte in den verschiedenen Regionen der Welt lassen den Betrachter im sicheren Westeuropa aufschrecken und zuweilen an der Möglichkeit des Friedens auf der Erde zweifeln. Zu dem Unfrieden und den Kriegen gehört auch die immer wieder aufflammende Frage nach den Flüchtlingen, die zum größten Teil nicht in Europa sondern in den Kontinenten, in denen die Konflikte ausgetragen werden, versorgt werden müssen.

Doch auch die europäischen Staaten bekommen das Dilemma zu spüren. War man noch vor wenigen Jahren offiziell davon ausgegangen, dass sich die Zahl der Flüchtlinge in unseren Breiten verringert und der Zustrom letztendlich verebbt, so muss man heute feststellen, dass die Entwicklung einen gegenteiligen Verlauf nimmt. Allein die Stadt Recklinghausen rechnet für dieses Jahr mit etwa 100 neuen Flüchtlingen, die bei uns ihren Platz finden müssen.

Integration ist jedoch nur möglich, wenn als erste Voraussetzung ausreichende Sprachkenntnisse vorhanden sind. Leider muss der SkF Recklinghausen, der den größten Teil der Flüchtlinge in Recklinghausen betreut, feststellen, dass das Angebot an Deutschkursen in Recklinghausen völlig unzureichend ist. Nur wenige Flüchtlinge können einen Kursplatz bekommen.

Als erstes müssen ganz lebenspraktische Sprachformeln und Vokabeln erlernt werden, die es den Menschen ermöglichen, schon nach kurzer Zeit zum Beispiel Einkäufe, Arztbesuche und Behördengängen soweit wie möglich selbständig zu bewältigen. Der SkF stellt bei seiner alltäglichen Arbeit vor Ort fest, dass bei einem Kursangebot das Augenmerk auch auf eine Kinderbetreuung gelegt werden muss, da eine beträchtliche Zahl der Flüchtlinge alleinerziehende Mütter mit Kindern sind.

Viele der Betroffenen erhalten zügig den Entscheid, der ihnen einen langfristigen Aufenthalt gestattet. Doch bis sich die Möglichkeit ergibt, einen Platz in einem Integrationskurs zu erhalten, vergehen oft sechs bis zwölf Monate, eine Zeit, die nicht ungenutzt verstreichen sollte. Sie könnte vielmehr sinnvoll für den Besuch eines Sprachkurses eingesetzt werden. Damit dieser erste Schritt der Integration frühzeitig getan werden kann, fordert der SkF dringend ein größeres Angebot an niederschwellig ausgerichteten Deutschkursen für Flüchtlinge.