Kontakt

Daniel Ruppert, Diplom-Sozialarbeiter/-pädagoge

Am Neumarkt 34
Recklinghausen-Süd
Telefon: 02361 31302
E-Mail: daniel.ruppert@skf-recklinghausen.de

 
Recklinghausen, 26. Februar 2015  

Tafel sucht Helfer

Einrichtung gehen die ehrenamtlichen Kräfte aus / Parallel wächst der Kundenstamm

Von Alexander Spiess

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Hoffen auf neue Kollegen im Tafelladen:
Andreas Spiech, Karin Kriener und Gabriele Beckenbauer (rechts).
FOTO: GUTZEIT

GRULLBAD. Vier Kinder hat Rosemarie Valenta großgezogen. Als der Nachwuchs aus dem Haus war, hat sich die Hochlarmarkerin auf ihr nächstes Projekt gestürzt. Die Frau mit den kurzen grauen Haaren arbeitet ehrenamtlich bei der Tafel. Leute wie sie braucht die Einrichtung mehr denn je. Die Helfer werden knapp.

Zugleich wächst der Kundenstamm. 20 Menschen beantragen Woche für Woche eine Kundenkarte. Aktuell decken sich 1 300 Recklinghäuser in den beiden Tafelläden mit Lebensmitteln ein, darunter auch viele Flüchtlinge. Am Dienstagmittag steht Rosemarie Valenta an der Theke des Verkaufsraums an der Hochstraße. Vor ihr liegen drei Beutel "Frischer Blattsalat-Mix". Andere Helfer schleppen Kisten mit Brot und Salatköpfen vom Lieferwagen über die Laderampe im Hof herein. Um 14.30 Uhr muss alles fertig sein. Dann kommen die Kunden.

"Das ist manchmal schon ein Knochenjob", sagt Reiner Freund. Er arbeitete als Elektrotechniker auf der Zeche Auguste Victoria. Mittlerweile ist er im Ruhestand. Ehrenamtlich koordiniert der Oer-Erkenschwicker den Tafelladen an der Hochstraße. "Ich habe hier Spaß", sagt Freund. Die Zeit, die er im Tafelladen investiert, sieht der frühere Kumpel nicht als Opfer.

65 Helfer engagieren sich derzeit für die Tafel - als Fahrer, Verkäufer, Sortierer. Es könnten mehr sein. "Es wäre gut, wenn wir eine gewisse Reserve hätten, denn viele Helfer sind ja schon im Ruhestand", meint Heinz-Josef Benner. Der Endsechziger hat seinen Dienst bereits um 6.45 Uhr angetreten. Benner ist für die Akquise zuständig. Er hält den Kontakt zu den rund 60 Recklinghäuser Supermärkten und Geschäften, von denen die Tafel die Lebensmittel beziehen.

Benner plant die Touren für die drei Lieferwagen. Der Diplom-Betriebswirt war beim Energieversorger E.ON angestellt, ehe er mit 55 Jahren in den Vorruhestand ging. Das ist nun 13 Jahre her. Seither engagiert sich der Mann aus dem Westviertel bei der Tafel. Damit ist er der dienstälteste Ehrenamtler.

Daniel Ruppert ist einer der wenigen hauptamtlichen Tafel-Mitarbeiter. Für den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) koordiniert er das Angebot für Bedürftige. Ruppert wirbt auch um junge Helfer, um Praktikanten und FSJ'ler: "Ein Engagement bei der Tafel ist gut, um Lebenserfahrung zu sammeln. Man lernt den Umgang mit Menschen und erfährt gesellschaftliche Strukturen, die man sonst nur vom Hörensagen kannte."

Für die SkF-Vorsitzende Elisabeth Ochsenfeld steht außer Zweifel: "Die Helfer lernen, Verantwortung zu übernehmen." All dies trifft auch auf Rosemarie Valenta zu. An sich denkt die achtfache Großmutter allerdings nicht, wenn sie Brotlaibe in die Regale des Tafelladens räumt: "Ich tue hier doch etwas Nützliches."

INFO

Vom Palais Vest profitiert

Ihre Lebensmittel verkauft die Tafel zu einem Zehntel des niedrigsten Ladenpreises an Bedürftige. Mittlerweile spenden auch die acht Recklinghäuser Aldi-Märkte überschüssige oder fast abgelaufene Lebensmittel an die Tafel. Lange hatte sich der Discounter geweigert, die Tafel zu unterstützen, da er zumindest in Teilen dieselbe Zielgruppe habe. Profitieren konnte die Tafel nach eigenen Angaben auch von der Eröffnung des Kaufland-Marktes im Palais Vest.

Der Tafelladen an der Herner Straße 5 ist montags und donnerstags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, der Laden an der Hochstraße 93 dienstags und freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr. Wer sich engagieren möchte, meldet sich unter Telefon: 02361 31302 bei Daniel Ruppert.

Quelle: Recklinghäuser Zeitung vom 18.02.2015