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Recklinghausen, 23. Dezember 2015  

Kulturgut Bescherung

SkF und viele helfende Organisationen laden Flüchtlinge zur Weihnachtsfeier ein

Von Michael Richter

GRULLBAD. Rawaa lacht und kichert vergnügt, tänzelt auf dem Asphalt vor der Flüchtlingsunterkunft an der Vinckestraße aufgeregt von einem Bein aufs andere. Der feine Nieselregen stört die 15-jährige Irakerin mit dem schwarzen, schulterlangen Haaren überhaupt nicht. Und das dichte Gedränge und vielsprachige Stimmengewirr auch nicht. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) hat zur Weihnachtsfeier geladen.

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Da, wo der rote Hut leuchtet, sitzt Birgit Mendyka mit ihrer Gitarre.
Viele Kinder aus den Flüchtlingsunterkünften der Stadt scharen sich um sie und singen
deutsche Weihnachtslieder.
Frauen aus den katholischen Gemeinden helfen bei der Melodie. 

Und dabei hat der Verband, der die Flüchtlinge in den städtischen Einrichtungen betreut, viel Unterstützung erfahren. An allen fünf Gymnasien wurden Geschenke gepackt, gefüllt mit Süßigkeiten, Schulsachen und Spielzeug. Die Aktion stand unter dem Motto "Nikolaus im Schuhkarton". Doch dann, bei der Bescherung für fast 150 Kinder unter freiem Himmel, zeigt sich: So große Schuhe kann es gar nicht geben, so wuchtig sind manche Pakete. Und: Mehr als 600 bunte Kartons sind zusammengekommen - viel mehr als für die Feier benötigt.

Die SkF-Vorsitzende Elisabeth Ochsenfeld verspricht, die überschüssigen Gaben weiterzureichen: "Wenn die ersten Flüchtlinge bei den Maltesern in Hochlarmark ankommen, wird für die Kinder zur Begrüßung ein Päckchen da sein." Die Sozialarbeiter der Jugendzentren Südpol, Auguststraße und Heinrich-Pardon-Haus, auch Mitglieder des Kinder- und Jugendparlaments, backen Stockbrot und Waffeln, hüten den Punsch auf der Kochplatte. Die kfd-Frauen hatten im Vorfeld noch einmal den Fleischwolf rausgekramt und 450 Tüten mit Spritzgebäck gefüllt. Und schließlich haben auch die Mitarbeiter der RWE-Tochter Westnetz 40 Kindern aus der Unterkunft einen Geschenk-Wunsch erfüllt. "So viele haben geholfen. Das ist unglaublich", sagt Ochsenfeld.

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Der Nikolaus verteilt die vielen Geschenke, die die Schüler
der fünf Gymnasien gespendet haben.
Fotos: Gutzeit 

Dass die Flüchtlinge Weihnachten feiern, ist Maria Bongers wichtig. "Das ist deutsche Kultur. Wir wollen doch, dass sie so leben, wie wir auch leben", sagt die SkF-Koordinatorin. Darum werden auch Weihnachtslieder gesungen. Birgit Mendyka, mit weihnachtlich-rotem Cowboy-Hut und Gitarre, betont: "Wir müssen laut singen, sonst kommt der Nikolaus nicht." Die kfd-Frauen geben Text und Melodie vor. Und tatsächlich: Der Nikolaus, alias Gerd Averdung und ehrenamtlicher SkF-Helfer, schreitet mit Bischhofsstab durch die Menge und verteilt schließlich die Geschenke.

Unter der Straßenlaterne vor dem Wohnblock rücken alle noch enger zusammen, als sich ein Lkw mit Container bedrohlich nahe vorbeidrängt. Da steht Rawaa, das Mädchen aus dem Irak, weit vorne. Lachend schaut sie von einem Kind zu nächsten.

Quelle: Recklinghäuser Zeitung