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Caritas in NRW

Ausgabe 01/2016

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Flüchtlinge integrieren

Aus der Willkommenskultur muss eine Integrationskultur werden. Das ist ein mühsamer, langer Prozess. Dazu gehört auch, ehrlich zu sein, Probleme (die es haufenweise gibt) offen anzusprechen, über den richtigen Weg zu streiten und dann anzupacken.

 
Münster/ Recklinghausen, 08. Januar 2016  

Flüchtlingshilfe ist wie ein Marathon

Caritas fordert "einen langen Atem" bei der Integration von Flüchtlingen: Überforderungen vermeiden und stabile Strukturen aufbauen

Münster (cpm). Die Caritas in NRW rechnet damit, dass auch in den kommenden Jahren viele Flüchtlinge nach Deutschland kommen werden. "Dafür müssen wir Vorsorge treffen", schreibt der Münsteraner Diözesan-Caritasdirektor Heinz-Josef Kessmann in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Caritas in NRW (1/2016). "Wir haben uns auf einen Marathonlauf begeben und dürfen nicht den Fehler machen, die Strecke im Sprinttempo anzugehen", betont Kessmann. Konkret bedeute dies, "aktuell Überforderungen zu vermeiden und nachhaltige, stabile Strukturen der Unterstützung und Hilfe aufzubauen".

Kessmann stellt sich auf Unvorhergesehenes ein: "Nicht alles lässt sich planen." Man könne und dürfe nicht von der Politik erwarten, dass sie bereits heute Lösungen für all die Probleme hat, die sich morgen oder übermorgen stellen werden. Wie in anderen Politikfeldern auch werde "sich die Flüchtlingspolitik nur Stück für Stück den 'richtigen' Lösungen annähern können", betont der Diözesan-Caritasdirektor. "Wenn wir keine Parallelgesellschaft mit all ihren Verwerfungen und Gefährdungen sozialen Friedens wollen, dann sollten wir eher heute als morgen alles unternehmen, um diejenigen Flüchtlinge, die bei uns bleiben, in unsere Gesellschaft hineinzunehmen", fordert er.

Mehr Anstrengungen bei der Vermittlung von gesellschaftlichen Werten und Umgangsregeln an Flüchtlinge fordern die Integrationsexperten Marie-Luise Tigges und Heribert Krane vom Diözesan-Caritasverband Paderborn. Viele Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und religiösen Strömungen hätten andere Werte, was die Rollen von Frauen und Mädchen angehe oder sexuelle Identitäten. Viele hätten keine Erfahrungen mit einer Zivilgesellschaft westlicher Prägung. "Wir müssen von Anfang an zumuten und einüben, dass Einheimische und Flüchtlinge miteinander klarkommen", unterstreichen die beiden Autoren. Dazu werde in der Sozialarbeit, in Kitas und Schulen und bei berufsvorbereitenden Maßnahmen mehr qualifiziertes Personal benötigt. "Wir brauchen einen langen Atem, es bedarf vieler Anstrengungen", schreiben Tigges und Krane.

001-2016 8. Januar 2016